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Statusfeststellungsverfahren umgehen?

Dieses Thema im Forum "Finanzen, Steuern, Rechtliches" wurde erstellt von Julsch12345, 12 Februar 2017.

  1. Julsch12345

    Julsch12345 New Member

    Ich bin derzeit in Elternzeit und mein befristeter Arbeitsvertrag läuft bald aus. Danach möchte ich gerne freiberuflich für meinen Exarbeitgeber arbeiten. Beim Finanzamt bin ich schon lange als Freiberuflerin gemeldet und habe auch schon Aufträge ausgeführt, allerdings immer in geringem Umfang.

    Ich habe mit meinem Auftraggeber (Exarbeitgeber) einen Rahmenvertrag aufgesetzt, der eine Mindeststundenanzahl und einen Stundensatz festschreibt, was meiner Erfahrung nach auch nicht unüblich ist unter Freiberuflern.

    Dann kam mein Auftraggeber aber mit dem Thema Scheinselbstständigkeit und dass ich über ein Statusfeststellungsverfahren bei der Rentenversicherung klären lassen soll, ob ich denn tatsächlich selbstständig bin.

    Da ich von zuhause aus bei freier Zeiteinteilung und nicht weisungsgebunden und auf meinem eigenen Computer arbeite, dachte ich, das ist natürlich selbstständig und stellte den Antrag.

    Es kam jedoch die Info von der DRV, dass das Auftragsverhältnis eine abhängige Beschäftigung sein würde (es wurde noch nicht aufgenommen). Argumente der DRV waren die Mindeststundenzahl und das Stundenhonorar, was kein unternehmerisches Risiko vermuten lässt (das kann ich nachvollziehen), aber auch so absurde Sachen wie dass ich mich gelegentlich mit meinem Auftraggeber zu Absprachen treffen würde und er meine Arbeit abnehmen wird, was laut DRV auf Weisungsbefugnis des Auftraggebers hinweist. Die Sachbearbeiter der DRV lassen wohl bei sich zuhause die Wände vom Maler streichen ohne vorher zu sagen wie sie es sich vorstellen und ohne Abnahme?!? Naja...

    Ich habe mit der Sachbearbeiterin telefoniert und sie meinte, dass es mir ja freistünde, nach Aufnahme des Verhältnisses eine verbindliche Statusfeststellung machen zu lassen oder eben nicht, wenn ich der Meinung wäre, dass ich selbstständig bin. Nur wenn ich keine machen ließe, drohen halt in einer eventuellen Betriebsprüfung hohe Nachzahlungen...

    Hat jemand von Euch Erfahrung damit? Das trifft ja eigentlich jeden Freiberufler. Wenn ich ohne Vertrag und einfach mit Auftrag und Rechnung arbeiten würde, würde das mich und meinen Auftraggeber ja auch nicht schützen, wenn der Betriebsprüfer der DRV der Meinung ist, dass ich scheinselbstständig bin. Laut DRV zählt nicht der Vertrag, sondern die "tatsächlichen Verhältnisse".

    Wie kann ich freiberuflich für ihn arbeiten, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen? Die Voraussetzungen für Selbstständige von der Homepage der DRV treffen auf mich zu!! Und trotzdem entscheiden sie anders...

    Eine abhängige Beschäftigung würde sich aufgrund des Elterngeldbezuges nicht für mich lohnen.

    Vielen Dank und viele Grüße
    J.
     
  2. Walter

    Walter Administrator Mitarbeiter

    Sei mir nicht böse aber was Du schilderst hört sich tatsächlich nach Scheinselbständigkeit an.

    Du müsstest Dir vermutlich zumindest auch noch andere Auftraggeber suchen, so bist Du doch nur von dem einen abhängig der Dir auch noch einen Stundenlohn vorgibt? Wo ist da die Freiheit, das selbständige?

    Und hast Du Dir das ganze auch sorgfältig durchgerechnet? Ein Stundensatz der einem Arbeitnehmer attraktiv scheint ist für viele Unternehmer völlig unattraktiv - aber nicht, weil sie gierig sind sondern weil sie ganz andere Kosten tragen müssen: Steuern, Sozialversicherung, Gemeindeabgaben, etc
     
  3. Julsch12345

    Julsch12345 New Member

    Hallo Walter,
    vielen Dank für Deine Antwort. Ja, mittlerweile ist mir auch klar, dass das sehr scheinselbstständig aussieht und wohl auch ist. Den Rahmenvertrag haben wir auf meinen Wunsch hin geschlossen, denn ich wollte eine Mindeststundenanzahl festschreiben, damit ich kalkulieren kann, wieviel Geld reinkommt. Das das nicht sehr selbstständig ist, ist mir bewusst geworden. Selbstständig sein heißt ja, ein Risiko tragen. Den Stundenlohn habe ich ausgehandelt und der ist sehr attraktiv. Ich habe es mich an anderen Selbstständigen orientiert und noch ein bisschen drauf gelegt, denn ich will mich weder unter Wert verkaufen noch die Preise für andere kaputt machen. Wie Selbstständige ihre Stundenlöhne kalkulieren, weiß ich auch und so mache ich es auch, weil ich früher auch schon freiberufliche Aufträge angenommen habe.

    Ja, ich wäre von dem Auftraggeber abhängig und auch wieder nicht, denn die Tätigkeit würde ich in meiner Elternzeit als Zubrot ausüben. Der Auftraggeber ist mein Arbeitgeber, für den ich vor der Schwangerschaft festangestellt gearbeitet habe, was sicher auch heikel ist. Eine Fortführung des Arbeitsverhältnisses würde für mich aber nicht in Frage kommen, weil ich sonst Probleme mit dem Elterngeldbezug bekommen.

    Einen weiteren Kunden habe ich mir mittlerweile aber auch schon gesucht.
     

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