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Grössen-Wahn

Dieses Thema im Forum "Allgemeines" wurde erstellt von ChrisTina, 18 August 2005.

  1. ChrisTina

    ChrisTina Member

    Ich weiß nicht, obs hier her paßt - aber nach einer längeren realen Diskussion heute - möchte ich hier auch mal dieses Thema zur Diskussion stellen.

    Ich bemerke in letzter Zeit immer öfter, dass sich immer mehr Menschen in finanzielle Schulden stürzen - weil sie glauben, dass sie DIE Lösung aller Probleme gefunden haben - und sich - ohne Rücksicht auf Verluste - voll in Werbung und Investitionen stürzen.

    Beispiel - ein schon einige Jahre tätiger Trainer läßt sich eine Webside machen - tolle Folder drucken - investiert in ein Buch - um danach fest zu stellen, dass er nicht weiß, woher er die nächste Zahlung der Sozialversicherung nehmen soll.

    Ein soeben vom Arbeitsamt umgeschulter "EDV-Profi" ist nach einem dreimonatigen Kurs überzeugt davon, besser als Tiscover zu sein - und begibt sich auf die Suche nach Investoren in dieses sein neues Projekt in Bezug auf Gastronomie und Hotelerie.

    Wie ich überhaupt viele "Trainer" kenne, welche innerhalb von 3 oder 4 Monaten über das AMS umgeschult wurden, um danach ihrerseits - um 14,5 € pro Stunde - neue Trainer um zu schulen und aus zu bilden. Aber die investieren wenigstens selbst nicht Unsummen - sondern hauen nur den Marktwert zusammen ;-)

    Dies nur drei aktuelle Beispiele von zahlreichen, die mir in letzter Zeit immer wieder "über den Weg laufen".

    Jetzt bin ich persönlich ja auch irgendwie als "Spinner" bekannt - aber ich persönlich komme aus einem kaufmännischen Beruf - und hab daher vielleicht irgendwie andere Vorstellungen von Selbständigkeit wie manche der "heutigen neuen" Selbständigen.

    Ich bin dafür, dass Jede/r ihren/seinen Traum leben sollte - aber ich scheine einfach zu sehr "in der Realität verhaftet", dass ich dies dann eher unter dem Blickwinkel der schaffbaren Möglichkeiten tue - und auch vorschlage.

    Wie steht ihr zu dem Phänomen, dass sich immer mehr Menschen "übernehmen" - und es sind ja auch nicht nur die Selbständigen.

    Ich kenne auch eine Person, die über einen längeren Zeitraum jegliche RSA und RSB-Briefe ungeöffnet in einen Korb schmiss - in der irrigen Annahme, wenn sie Briefe vom Gericht nicht aufmacht, dies auch keine Folgen haben wird - oder so ähnlich - ich habs bis heute nicht verstanden. Erst der Gerichtsvollzieher schaffte es, sie dann zu irgend welchen Handlungen zu veranlassen.

    Wie geht ihr mit euren Investitionen und Finanzen um? Lebt ihr "von der Hand in den Mund"? Tätigt ihr riskante Investitionen? Lebt ihr "über eure Verhältnisse" und hofft drauf, dass alles irgendwie schon gut ausgehen wird?
     
  2. Walter

    Walter Administrator Mitarbeiter

    Ein heikles Thema.

    Ich glaube, dass viele Leute in die Selbständigkeit gestossen werden und das eigentlich ursprünglich so gar nicht geplant hatten:
    • Arbeitslos -> (Um-)Schulung -> Selbstständig/IchAG/Freiberufler
    • Von Firma gekündigt und als Selbständiger bzw. Freiberufler wieder engagiert
    Es wäre interessant herauszufinden, wieviele davon betroffen sind...

    Natürlich kann das auch einen sehr positiven Effekt haben, mich beschleicht nur leise der Verdacht, dass 90% der Leute scheitern werden und da schlicht verheizt werden um...
    • Arbeitslosenstatistiken zu beschönigen bzw.
    • den Firmen als billige Sklaven zu dienen
     
  3. Walter

    Walter Administrator Mitarbeiter

    Dieser zweite Teil Deiner Frage hat ein bisschen mit persönlicher Risikobereitschaft oder, vor allem bei den oben genannten Fällen, mit dem Grad der Verzweiflung zu tun.

    Aber ohne persönliches Risiko wird kaum jemand ein Unternehmen aufbauen können. Ich arbeite unzählige Stunden pro Woche (darüber will ich gar nicht nachdenken), verzichte seit Jahren auf Urlaub im größeren Stil und habe mein schönes aber teures Auto verkauft und bin trotzdem immer Pleite weil ich viel Geld in meine Idee investiere.

    Ist mein Verhalten jetzt klug oder dumm? Ob ich Erfolg habe, werde ich erst in einigen Jahren wissen, aber zumindest habe ich es versucht :)
     
  4. ChrisTina

    ChrisTina Member

    Hi Walter,

    was du im 2. Beitrag beschreibst klingt für mich jedoch nicht wie *riskante Investitionen* - ich meinte damit echt Dinge, wo von vorne herein schon ziemlich unwahrscheinlich ist, dass es gut gehen kann.

    Das was du beschreibst seh ich ähnlich - ich brauch kein tolles Auto und keinen Urlaub - aber ich kauf jetzt auch nicht alle Nachbargrundstücke auf Kredit auf - und bau da ein Feriencamp, wenn ich keinerlei Reserven habe.

    Oder - hab ich heut in der Bezirkszeitung gelesen - ich führte bis vor 5 Jahren Schulungen in einer der beiden nahegelegenen Städte durch. Dort gab es einen renommierten EDV-Händler in guter Lage. Vor ca. 6 Jahren baute er ein eigenes Seminarzentrum mit Verkaufshallen - und trennte sich zB von mir, weil ich seinem jetzt gehobeneren Image nicht mehr gerecht würde. Heute hab ich gelesen, dass er mit einer halben Million Euro Schulden in Konkurs ist - Einzelunternehmen - Eigenhaftung - Ende.

    Ich hatte auch mal einen Traum vom eigenen Seminarraum - habe ihn mir 3 Jahre lang geleistet - aber als ich merkte, dass er nicht mehr das abwirft wie am anfang, hab ich ihn aufgegeben - und schule seither für Andere.

    Das was du beschreibst ist für mich, deinen Traum leben unter der Voraussetzung, dass du weißt, was du tust - unter Kalkulation eines grad noch überschaubaren Risikos.

    Aber wenn ich als einer von 100.000 Trainern glaube, mich allein durch mehrfarbig bedruckten und vom Grafiker designten Broschüren und kostspieligen Investitionen in die Internetpräsenz, mich vom Mitbewerb ab zu heben, dann ist das etwas, was mich persönlich etwas stutzig macht.

    Ich weiß nicht, ob ichs wirklich rüber bringe, worums mir geht - ich empfinde es oftmals als ein *nicht-wirklich-drüber-nachdenken-auf-was-ich-mich-eigentlich-einlasse*.

    Es kann auch sein, dass der Unterschied darin liegt, ob ich glaube, etwas besser zu machen wei der Mitbewerb - siehe Konkurrenz zu tiscover und/oder zB auch ebay und google - oder ob ich meine eigene Vision habe, die ich mit allen Mitteln anstrebe.

    Sind jetzt so die Gedanken, die sich weiter spinnen. Die Vision beruht zwar schon auch auf Dingen, die ich besser machen möchte wie Andere - aber dies ist bei dem, was ich unter Vision verstehe, nur ein minimaler Anteil - der Großteil ist mein Traum.

    Könnte sein, dass genau das der Unterschied ist, wenn mir wer erzählt, was er tun will - und sich irgendwas in mir zusammenkrampft und
    Alarmlampen anstellt. Weil gibt eben auch Berichte und Geschichten, wo ich ein total gutes Gefühl dabei hab.

    Also frei nach meinem Lieblingsmotto - I did it - my way ;-)

    Und du hast schon recht mit den ungewollten Selbständigen - ich hätte das freiwillig auch nie angefangen - aber trotzdem sollte das nicht vom logischen Denken abhalten - meine Meinung.

    Und ja, es stimmt - ich sollte nicht schon wieder mal von mir - und meiner Vorsichtigkeit - auf Andere schliessen - ist schließlich nicht meine Aufgabe, Leute zu retten, die sich gar nicht retten lassen wollen.

    Danke, dass ich wieder mal meine Gedanken sammeln konnte - und falls noch wer anregungen dazu hat - nur her damit.
     
  5. Walter

    Walter Administrator Mitarbeiter

    Hm...
    Du hast vermutlich schon von Hrn. Mateschitz gehört, Chef von Red Bull, der fast aus dem Nichts ein Milliardenunternehmen aufgebaut hat und es heute geniessen kann, Dinge zu tun, die er gut findet :)
    Was ihm wohl die Leute vor Jahren gesagt haben, als er als Einzelner auf die Idee kam ein süßes, seltsam schmeckendes Wasser zu einem hohen Preis auf den Markt zu bringen? "Verrückt!" "Unmöglich!" "Wie willst Du Dich als kleiner gegen die ganzen großen durchsetzen?"

    Ich kenne eure Branche nicht, weiss auch nicht, wie er es angepackt hat - irgendwann habe ich gehört: 80% der Jungunternehmer scheitern oder krebsen am Existenzminimum herum, 15% haben einigermassen Erfolg und 5% haben wirklichen Erfolg. Es ist halt nicht einfach...

    Kannst Du das ein bisschen genauer erläutern? Siehst Du den Unterschied darin, ob jemand sozusagen zum 30. Mal die Schulungsbranche "neu erfindet" oder ob er etwas wirklich neues erfindet?

    Aah, Sinatra ist genial.... :)
     
  6. ChrisTina

    ChrisTina Member

    Ich hab auch von einem gewissen Bill Gates gehört, der dieses Windoofs und Microschrott "erfunden" hat. Und ich hab vor Kurzem Prof. Kotauczek von der Beko persönlich kennen gelernt - der Mann ist echt genial.


    Kommt halt drauf an, was "meine" Branche ist ;-)
    Hab ja mehrere Standbeine.

    Ich glaub das ist eben auch ein Unterschied, der einen Unterschied macht - es gibt Selbständige, die sich auf einen bestimmten Bereich kaprizieren - und wenn das nicht läuft - dran festhalten, bis ihnen endgültig die Luft ausgeht.

    Gibt natürlich auch welche, die erfolg-reich mit einer Idee werden - siehe oben - die sind die rühmliche Ausnahme, welche ich mir gerne anschaue, wie sie es gemacht haben.

    Mir gings in diesem Beitrag eben um die, die am Existensminimum entlang schrammen und sich wundern, warum. Da ich mich seit Jahren mit Zieldefinitionen und Zielerreichung beschäftige, interessiert mich auch, warums bei einigen Wenigen so super klappt - und bei anderen überhaupt nicht.

    Und meine Gedanken der letzten Wochen wollt ich mal zusammen fassen und zur Diskussion stellen. Wahrscheinlich, weils mich auch selbst schon mal mehr betroffen hat, als es jetzt tut - also das mit dem Rumschrammen war jahrelang auch eins meiner Themen.

    Und jetzt, wo es nimma wirklich akut ist, hab ich Muße drüber nach zu denken, warum sich so viele, denen es ähnlich geht - auch noch auf total irrwitzige Dinge einlassen, die das nicht vorhandene Eigenkapital noch mehr Minüser vorsetzt.


    So würd ichs nicht sagen - ich glaub, es geht immer nur darum, ob derjenige wirklich mit dem Herzen dabei ist" - oder es eben halb-herzig macht - das hab ich jetzt schon mal als Resumée für mich gezogen.

    Ich hab in den letzten 5 Jahren massenhaft Menschen kennen gelernt, die eine nicht wirklich billige Ausbildung gemacht haben - und sich jetzt als Trainer auf den Markt schmeissen. Und dem gegenüber gibt es eben die vom AMS in Rekoredzeit umgeschulte Trainer.

    Beides sagt nichts über die Qualität jedes einzelnen dieser Menschen aus - das möchte ich extra anmerken. Nur - es überschwemmen jetzt im Jahr allein in Österreich ca. 500, wenn nicht sogar 1000, neue - in irgend einer Form fertig ausgebildete Trainer den Markt.

    Da ich viele von denen auch persönlich kenne - und mich auch immer wieder über die Perspektiven unterhalte - kann ich davon ausgehen, dass dein Zahlenbeispiel in etwa stimmen kann:

    D.h. jährlich gibt es 400 neue Trainer, die echt am Existenzminimum rumkrebsen und sich den A.... aufreissen - für 14,50 € die Stunde fürs AMS schulen - und meist alles andere als Lebensqualität haben.

    So - 75 neue Trainer kommen irgendwo in Institute rein, wo sie es etwas leichter haben - und 25 haben wirklich Erfolg - wobei ich das fast noch als zu viel einschätze - ich befürchte, dass die Zahl der schrammenden gerade im Trainingsbereich eher an die 90 % heran kommt.

    Ich persönlich habe meine 1. Trainerausbildung 1993 gemacht - weil ich fast dazu "gezwungen" wurde - mit der Aussicht - schauen sie sichs an - wenns ihnen nicht gefällt, brauchen sie mir nichts zahlen, wenn schon, arbeiten sie für mich, dann zahlen sie auch nichts - zu diesem Preis habe ich mir mal ne woche gegönnt - und war danach schlichtweg begeistert.

    Sie war die Basis für EDV-Trainings - die letzte Ausbildung hab ich gemacht, weil ich mich weiter entwickeln wollte - und speziell das Trainersein auch von einem dritten Blickwinkel sehen wollte - im Prinzip hab ichs für mich gemacht - weil Trainer bin ich eh schon länger.

    Nur waren da jetzt eben auch sehr viele dabei, die es aus dem alleinigen Grund gemacht haben, weil man als Trainer irre reich und bekannt werden kann. Und dann gehen sie raus - und machen genau das, was sie gelernt haben - was ja nicht schlecht ist - aber, ohne irgend welche eigenen Ideen und Träume stellt sich mir die Frage - was unterscheidet hierbei den Einzelnen vom Mitbewerb?

    Ich glaub nicht - bzw. ich sehe es immer wieder - dass den Erfolg nicht die mehrfarbig bedruckten Broschüren ausmachen - sondern es werden wirklich nur die erfolg&reich, die eben ihren Traum leben.

    Das möchte ich unterscheiden - sehe ich mich als ein Trainer von jährlich 500, der das macht, was Alle machen - oder habe ich als Einzelner eine Vision, was mir wichtig ist - und gehe mit dieser Vision raus.

    Ich glaub, dass genau diese Vision der Auslöser für die 5 % echt Eerfolgreichen ist - wenn ich widerkaue, was mir Andere vorgekaut hatten, dann ist es schon ein Erfolg, zu den 15 % zu gehören - ich gestehe, an etwa diesem Stand befinde ich mich zB zur Zeit.

    Mir persönlich stellt sich die Frage - was braucht Mann - und Frau - um von den 80 % zu den 5 % zu kommen. Und ich glaub, es ist die Individualität - und die Authentizität - á la Mateschitz und Billyboy.

    Speziell in zweiteren Fall - wie viele Softwarefuzzis (nicht bös gemeint) gibt es, die nicht diesen Erfolg hatten? Waren die von ihrer Idee so überzeugt wie Billy?

    Und meine nächste Überlegung zur Zeit ist eben - haben sich die wirklich Erfolgreichen in Werbung gestürzt, die sie sich nicht leisten konnten? Oder haben sie sich in ihre Idee verbissen, um sie um zu setzen?

    Standen - bzw. stehen - sie hinter dieser ihrer Idee - sind sie bereit, auf ihren Urlaub und das tolle Auto zu verzichten - weil sie eben für ihre Vision leben - oder glauben sie, sich durch eine teure Webside allein vom Mitbewerb ab zu heben?

    Ich weiß nicht, ob ich so rüber bringen kann, wie ichs meine - ich bin überzeugt, dass es nur mit Visionen und auch Risikobereitschaft geht - es ist halt ein schmaler Grad zwischen - hinter seiner Idee stehen - und sich in etwas reinsteigern, von dem man gar nicht wirklich überzeugt ist, dass mans machen will.
     
  7. Walter

    Walter Administrator Mitarbeiter

    Die Frage ist: wenn jemand am Existenzminimum dahinkrebst, hat er dann noch die Kraft (geistig und finanziell), neue Wege zu gehen, sobald er den Mißstand erkannt hat?

    Das Thema interessiert mich sehr - Du willst nicht zufällig hier dazu ein eigenes Thema aufmachen?

    Weiss derjenige wie es um seine Situation steht? Ich glaube nicht, dass Buchhaltung und Kostenrechnung zu den Stärken des typischen Kleinunternehmers gehören :)


    Hier wird ein Markt zerstört nur damit kurzfristig die Arbeitslosenzahlen schön gerechnet werden können.

    Das kann ich irgendwie nur schwer glauben - wie will man als Trainer reich und bekannt werden? Das ist doch nur eine Minderheit - ist das wirklich die Motivation oder ist es eher die Verzweiflung?

    Dieser Unterschied, der USP, ist irgendwie der springende Punkt - und auch das Schwierigste. Daran knabbere ich in Teilbereichen selbst noch schwer - ich gebe es zu.

    Was ist Deine Vision? (wenn die Frage nicht zu persönlich ist)
     
  8. Ereschkigal

    Ereschkigal New Member

    Also ich finde auch, daß das mit der Selbstständigkeit und den Investitionen eine schwierige Sache ist. Aber mir geht es manchmal wie ChrisTina, wenn mir jemand etwas von einer Idee erzählt, denke ich nur ja hoffentlich klappt es nicht ( ein Freund hatte da letztens genauso eine "spinnerte" Idee). Denn manche Vorstellungen der Leute sind ziemlich komisch und sehr wenig durchdacht.

    Gleichzeitig habe ich gehört, daß es Verlage gab die Harry Potter abgelehnt haben oder einige Jahre früher auch Pipi Langstrumpf furchtbar fanden. Auch Disney soll Banken ... abgeklappert haben um Investitionen für seine Filme zu bekommen.

    Also es ist nicht so, daß nur weil eine Idee für verrückt angesehen wird, sie keinen Erfolg haben kann. Gerade verrückte Ideen oder Bücher haben oft Erfolg. Was wir dann als "verrückt" ansehen, ist sozusagen das neue, was bei anderen Begeisterung auslöst ... Aber was ist denn der neue Trend und was ist Spinnerei? Genau das ist ein sehr schmaler Grad.

    Ich denke es ist immer schwierig, wenn Leute nur das Ziel im Auge haben. Bei jungen Menschen die Schauspieler oder Sänger werden wollen, fällt mir das immer am meisten auf. Sie sehen den Ruhm, den Luxus ... und stellen es sich toll vor, wie ... zu leben. Aber um gut sein zu können, muß erstmal das Schauspielern selbst oder das Singen Spaß machen. Bei Sängern ist es am Anfang ganz wichtig, daß sie eine gewissen Publikumswirksamkeit haben und eigentlich kann ich es mir nicht anders vorstellen, daß man auch das Publikum lieben muß. Jemand der auftritt und im Kopf Bekanntheit und Ruhm hat, kann einfach nicht wirklich gut sein, glaube ich.

    Wenn jemand mit irgend einer Arbeit selbstständig ist, muß die Tätigkeit im Vordergrund stehen und diese sollte Freude bereiten. Wenn sozusagen nur das verdiente Geld oder der Ruhm in Blickfeld steht, kann ich mir nicht vorstellen, daß jemand erfolgreich werden kann.
     
  9. Ereschkigal

    Ereschkigal New Member

    Ich finde es normal, daß man am Beginn einer Selbstständigkeit viel an Arbeit investiert. Doch die Grenze der eigenen Belastbarkeit sowohl gesundheitlich auch als psychisch sollte sehr genau beachtet werden. In Urlaub fahren ist die eine Sache und jeder muß selbst entscheiden, ob ihm das wichtig ist. Aber Erholung und Entspannung brauchen auch Selbstständige ansonsten kann das Ganze nicht gut gehen.

    Auf der einen Seite glaube ich, daß Werbung sein muß und gleichzeitig ist es auch so, daß die Leute heute zugeballert werden mit Werbung. Da eine Nische zu finden und für sich das richtige Maß, ist glaube ich nicht so einfach. Ein schöner Prospekt oder eine schöne Internetseite macht kein Unternehmen. Sondern Aufträge entstehen entweder dadurch, daß man der oder die billigste ist, den besten Service hat, einen gewissen Bekanntheitsgrad (das Vertrauen der Kunden) oder eben in einer Nische arbeitet, in der sich nicht zu viele den Kuchen teilen.

    Was für mich aber auch noch eine große Rolle spielt, was ich tue und wo ich Zeit oder Geld investiere, ist was mir Freude bereitet. Denn was habe ich als Selbstständige davon wenn ich mich dann selbst versklave, weil ...
     
  10. ChrisTina

    ChrisTina Member

    Möglicherweise nicht - oder aber gerade deshalb. Ich persönlich wurde immer dann am Kreativsten, wenn mir das Wasser bis zum Hals stand - früher - da hatte ich allerdings auch noch eine leicht differenzierte Wertehierarchie (zugeb)


    Genau das ist einer der Punkte, den ich von Beginn an angesprochen hatte - wenn ich keine Kohle habe - und dann auch noch ohne eine Vision zu haben - oder auch nur einen Plan zu haben, was mir wichtig sein könnte - in die Werbung investiere - wie sollte ich dort eine Vision rein bringen, die es eigetnlich gar nicht gibt?

    Ich merke es jetzt beim Überarbeiten aller meiner Seiten - dass es sich anders anfühlt als noch vor 2 oder 3 Jahren - jetzt ist mehr Substanz drinnen - und mehr von mir drinnen - vorher wars eher Wischiwaschi.


    Naja, ich geh jetzt mal von dem Institut aus, wo ich die letzte Trainerausbildung gemacht habe - der ist sehr erfolgreich - ist in Wien eines der zwei grossen NLP-Institute - der Ausbildungsleiter hat Charissma, was ihm seinem Mitbewerb gegenüber - zumindest bei Manchen - grosse Pluspunkte verschafft - und er strahlt Erfolg aus.

    Und viele seiner Schüler glauben, es ihm gleich tun zu können, wenn sie die Ausbildung absolviert haben - aber ich kenne noch Keinen, der ihm annähernd nachkommt - ich kenne 5 oder 7, welche relativ erfolgreich in seine Fußstapfen treten versuchen.

    Was aber auch gleich die Schattenseite wieder offenbart - ich persönlich kenne absolut Niemanden, der wirklich erfolg-&-reich wurde, solange er in den Fußstapfen eines Anderen wandelt(e).


    Früher hätte ich spontan geantwortet:
    Ich bringe Menschen dazu, Dinge in Frage zu stellen, die sie möglicherweise nie in Frage gestellt hätten, wenn ich nicht genau die Fragen stellen würde.

    Heute würd ich sagen, das, was ich im Laufe der Zeit gelernt und erkannt habe, auf möglichst allgemein verständlicher und zusammengefaßter Basis weiter zu geben - dazu wirds in Kürze mehr im Esoterikforum geben - aber da ich grad im Umbauen und virtuell Übersiedeln bin - und auch grad einige Testläufe mache - hat das grad nicht die höchste Priorität - da müssen noch ein par Kanten abgeschliffen werden.

    Mir fällt grad auf, dass da noch einige Anteile von schon sehr abgelegtem Perfektionsstreben mit spielen *ggggg* ist wahrscheinlich auch der Grund, warum mir manche (noch nicht mal gesäte) Ideen irgendwie sauer aufstossen, wenn ich davon höre/lese.
     
  11. Walter

    Walter Administrator Mitarbeiter

    Ohja - nichts ärgeres als selbständig sein und etwas tun, was einem keine Freude (mehr) bereitet. All die Opfer für etwas, an dem das Herz nicht (mehr) hängt... :eek:
     
  12. ChrisTina

    ChrisTina Member

    Naja, ich persönlich hab meine Hängematte im Wald - schlf gerne lang und frühstücke genüsslich mit meinem Mann - das ist mir viel lieber als Urlaub - war aber auch noch nie wirklich ein Urlaubstyp - ganz im Gegenteil - für mich war Urlaub fast immer Stress :)


    Ich glaub auch nicht mehr dran, dass die Menschen drauf schauen, wer die Billigste ist - hatte ich persönlich bis vor Kurzem auch gedacht - aber mit Beginn des heurigen Jahres habe ich auch meine Preise daran angepaßt, wie sie für mich stimmig sind - und nehme keine grosse Rücksicht mehr auf ähnliche Angebote.

    Gibt Bereiche, wo ich billiger wurde - aber auch welche, wo ich die Preise verdoppelt habe - und dann gibts teilweise Fixpreise, wenn ich für andere Institute Schulungen abhalte.

    Gerade im Esoterikbereich ist es meist so - dass die Leute etwas geschenkt bekommen wollen - oder auch bereit sind, einen angemessenen Beitrag zu bezahlen. Von Webdesign her gibts bei mir sowieso nur individuelle Angebote - wobei ich persönlich da auch noch mal meine Richtwerte" überdenken werde.

    Ich persönlich habe mich bis Ende 2004 sehr an Bekannte und Freunde angepaßt - also deren Preise nicht unterschritten, obwohl ich mich dabei persönlich nicht mehr wohlgefühlt hatte.


    Ich arbeite zwar auch selbst und ständig, aber ich hab den Großteil meiner Zeit echten Spaß an dem, was ich tue - stimmt - ist für mich ganz oben in der Liste der Dinge, die zutreffen müssen - und auch für meinen Erfolgsdefinition relevant sind.
     
  13. Ereschkigal

    Ereschkigal New Member

    Manchmal ist es schwer, die Dinge aufzuhören, die einem früher mal Freude bereitet haben. Manche glauben, sie müssen alle Aufträge annehmen, weil sie Geld brauchen. Dann ist aber gleichzeitig oft nicht die Kraft da neue Perspektiven zu entwickeln oder das zu tun, was ihnen Spaß macht.
     
  14. ChrisTina

    ChrisTina Member

    Oje und Oh ja

    Ich hab damals ein halbes Jahr gebraucht um mein Imageprojekt des eigenen EDV-Seminarraumes auf zu geben - und noch ein halbes Jahr mich davon dann wirklich auch zu trennen.

    Und heute muss ich sagen - es gibt (in diesem Segment) fast nichts angenehmeres für mich, als Aufträge einfach zugeteilt zu bekommen - hin zu fahren - schulen - und wieder heim fahren - und die Rechnung stellen.

    PS: Womit ich aber wieder beim rechnen und kalkulieren bin - denn es war einfach auch rechnerisch das einzig Richtige, den Mietvertrag zu kündigen.
     
  15. Ereschkigal

    Ereschkigal New Member

    Ich denke nicht, daß man nur erfolgreich sein kann, wenn man der billigste ist. Aber es wäre eben eine Variante.

    Das ist auch wichtig, daß man selbst das Gefühl der Stimmigkeit hat. Ich könnte kein Produkt verkaufen, daß ich selbst für total überteuert ist und eben auch nicht meine eigene Leistung. Deshalb muß es eben auch passen.

    Sich an den Preisen der anderen zu orientieren, ist glaube ich auch nicht das beste. Auf der einen Seite ist es praktisch zu wissen, in welchen Spektrum normalerweise die Preise liegen, aber eben nur zur Orientierung.
     

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